LOHMANNdialog
LOHMANNdialog

Aktuell 2021

LOHMANN konzept öffnet wieder die Büroräume für die Kunst / add art November 2021

Als Special Guest ist diesmal die Zeichnerin Irmgard Gottschlich eingeladen

Irmgard Gottschlich, Tokyo 2020 - TT - Endspiel

In den Geschäftsräumen von LOHMANN konzept ist ein breites Spektrum zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler mit aktuellen Positionen vertreten: Kunst auf Papier, Malerei, Skulpturen, Objekte, Fotografie, Video- und Computerkunst sind ebenso dabei wie Mail Art. Verbindender Aspekt der Werke ist eine zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen, deren Historie, deren Ursachen und Wirkungen. 

 

Alle Arbeiten sind im Besitz der Gesellschafter Ines Kehrein und Konrad Rippmann sowie der SAMMLUNG ULLA UND HEINZ LOHMANN.

 

"In diesem Jahr stellen wir die Zeichnerin Irmgard Gottschlich vor. Sie wird mit den Besucherinnen und Besuchern über ihre Kunst sprechen und wird allen ein kleines Kunstwerk als Geschenk überreichen."

 

19. und 20. November 2021 

 

Führungen mit Anmeldung auf addart.de: 

Freitag 19.11. 17:30h / Samstag 20.11. 14:00h und 16:00h 

 

Besichtigung ohne Anmeldung: Freitag 19.11. 16:00h-20:00h und Samstag 20.11. 13:00h-17:00h

 

LOHMANN konzept Stormsweg 3 / 22085 Hamburg-Uhlenhorst 

ÖPNV: Metro-Buslinien 6 oder 17 bis Haltestelle Zimmerstraße und 25 bis Haltestelle Beethovenstraße 

Es gelten die 2G Regelungen (Nachweise bitte nicht vergessen!)

aus den Jackenflügeln weht der Wind / ein neues Buch von Harald A. Finke / August 2021

Hyperzine Verlag ISBN 978-3-948127-16-9

- roter Faden grüne Pflanze - 

so lautet der Untertitel dieses spannenden Künstlerportraits mit eigenen Texten von Harald Finke zu ausgewählten Werkgruppen. Hier ein Auszug; 

 

... wanderbereit ... die grüne Pflanze, die als roter Faden auf dem Weg um den Erdball alles begleitet, bestimmt auch das Kunststudium in Sydney, über den botanischen Garten, weiter oben in den Regenwald, bis hin zum Steppengras vor den Höhlen des Ulurus ... die Aura der Aboriginals und ihrer Felszeichnungen umschwebt den Wanderweg neben den Pflanzen ... in den sechziger bis in die achtziger Jahre ist die Pflanzenzentriertheit unumgänglich ... erst in den späten neunziger Jahren wird über das Auftauchen des Wood-Wide-Web-Bewusstseins im Pflanzenzentrum auch die Verwobenheit mit der Pilzwelt deutlich ... und so entdeckt nicht nur die Welt der Künstler die unglaublichen Strukturen und Machenschaften  der Mykkorhiza- Netzwerke, auch die Wissenschaft gibt sich euphorisch ... für künstliche Intelligenz scheint ein besseres natürlicheres System gefunden zu sein ... die Kunstwerkstatt nutzt ganz einfach  prophetische Poesie für artübergreifender Kommunikation ... der Regebogenlichtkreis wird gefunden ... Briefe an Stein, Pflanze, Tier geschrieben ... Saatgut als Aussaat der sozialen Plastik und die Bienenzucht in Qumran als Brückenschlag zur Honigpumpe genutzt ... die künstlerische Forschung am Wurzelwerk der Pflanzen und Zauberpilze wird fest installiert als alles umfassende Kunstart ... die Wandlungen der Kunst und die Wanderung durch die Natur als roter Faden Grüne Pflanze ...bleibt wanderbereit mit dem Wind in den Jackenflügeln ...

 

Das Buch enthält außerdem ein Gespräch mit Hajo Schiff und ein Nachwort von Prof. Heinz Lohmann

Irmgard Gottschlich / Kunstverein Buchholz / Installation und Künstlergespräch / Juni 2021

SEIT GESTERN HATTEN KISSEN HASENOHREN 

"Als das Kissen noch Ohren hatte, hörte es diesen Traum und bat um eine Zeichnung." Irmgard Gottschlich 

 

Gedanken von Ulla Lohmann zur Ausstellung

Rotkäppchen zeichnet

Mit den Wölfen kennt sie sich aus. Einzeln, dann mehrere, manchmal ganze Rudel bevölkern die Kunst von Irmgard Gottschlich. Auch Rotkäppchen kommt gelegentlich vor. Das kleine Mädchen mit der roten Mütze und die Wölfe haben durchaus das Zeug zum Stammpersonal, mal selbständig, mal assoziiert. Ein gründlicher Fehlschluss wäre es allerdings, deshalb allein auf die Einflüsse aus dem Märchenland zu setzen. Die Bild-Erzählungen der Künstlerin mögen dort einen Kristallisationskern ausmachen, ihre Erfindungen und Wahrheiten berichten jedoch aus anderen Welten. Die Frauenfiguren der Müllerin oder der Bäuerin entkleidet sie von tradierten Perspektiven und Mythologisierungen, indem sie diese offenkundig macht, analysiert und beurteilt. Sie gibt ihnen einen neuen, zeitgemäßen Standpunkt, herausgearbeitet aus Historie und Konventionen. Auch Rotkäppchen lässt sie einen eigenen Weg finden: „In völliger Übereinstimmung mit sich selbst zeichnet Rotkäppchen immer weiter und freut sich, wenn sie morgens aufwacht, weil sie viele neue Ideen hat, die zu Papier gebracht werden wollen.“

Verwickelte, vieldeutige Erzählungen, ja ganze Künstlerbücher widmet Irmgard Gottschlich ihren Protagonisten. Losgelöst von Zeit und Raum entdecken sie Spuren zu sich selbst und zum Konsens mit der Natur. Auch den ambivalenten Zuschreibungen der Wölfe geht sie nach und macht sie zum wesentlichen Teil ihres künstlerischen Kosmos und den verschiedenen Lebenswelten. Der Wunsch nach Einklang mit sich, nach Einklang mit der Natur, gleich ob für die Vegetation, die Fauna oder die Menschen, ist den Werken immanent.

Ausdruck gibt Irmgard Gottschlich diesen Reflexionen vorwiegend in Zeichnungen. Dabei verlässt sie, ihren Sujets gemäß, häufig das traditionelle Format und das übliche Material des Zeichenkartons oder des Papiers. Stattdessen erschließt sie sich Alltagsgegenstände: Tischdecken, Bettlaken, Kopfkissen oder Matratzen, die ohne weiteres zu Teilen installativer Szenen avancieren können. Immer auf der Suche Hypothesen und Theorien zu durchleuchten, zu hinterfragen und sie mit ungewohnten Aspekten zu konfrontieren, hat die Künstlerin sich „Wortverwandlungen und Neusatzschöpfungen“ vorgenommen. Ein Tisch wird in eine Wortprojektionsfläche verwandelt und mit Sicherheit Überraschendes zutage fördern.

Hamburg, Mai 2021

Jacqueline Christiansen / GEDOK Hamburg / Ausstellung Juni 2021

Jacqueline Christiansen, o.T., Holz und Draht, 30x15cm, 2019

UNTER ALLEN UMSTÄNDEN 

 

Gedanken zur Installation von Heinz Lohmann

 

Sie sei, sagt sie, eine „Leisetreterin“. Nun ja, dafür hat sie es aber in sich. Oder präziser, ihre Arbeiten haben es in sich. Sie kommen, zunächst fast nett, ja einschmeichelnd rüber. Aber Vorsicht, dem ist nicht so. Der zweite Blick macht´s. Die Objekte und Installationen irritieren irgendwie. Das, was klar erscheint, ist es wohl doch nicht. Die Kunst von Jacqueline Christiansen verlangt dem Betrachter Geduld ab. Schnelles Erfassen und fertig, funktioniert bei ihr nicht. Es geht ihr um den Diskurs. Nur wer sich darauf einlässt, wird die Dialektik, die ihren Werken innewohnt, erfassen können. ... 

Die Kunst ist, entgegen dem ersten Augenschein, herausfordernd und sperrig. Der Begriff „verdinglichte Infragestellung“, den die Künstlerin selbst verwendet, trifft den Sachverhalt exakt. Die Werke suggerieren eine Verlässlichkeit, die so nicht existiert. Das macht sie so spannend und anregend. Sie verdient „Unter allen Umständen“ unsere Aufmerksamkeit. ...

Nur, wenn eingefahrene Denkstrukturen durchbrochen werden, sind die unerlässlichen Innovationen möglich. Natürlich kann Kunst keine Politik ersetzen, aber Kunst kann solche Räume schaffen, die kritische Auseinandersetzung befördern. Letztere ist die Basis für die Weiterentwicklung unserer Lebensgrundlagen. Nicht das Beharren auf der eigenen Meinung und das Abwehren gegenteiliger Positionen bringt uns weiter, sondern die Offenheit für neue Konzepte und Vorhaben. Da ist es gut, wenn Kunst Menschen Mut macht, ihren Verstand ausgiebig zu gebrauchen und sich in den Diskurs einzubringen. 

Auszug aus dem Text zur Eröffnung der Ausstellung "Unter allen Umständen" .

Harald Finke / Vordenker Award der Gesundheitswirtschaft / Berlin

Der Vordenker Award wird jedes Jahr auf dem DRG-Forum von der Initiative Gesundheitswirtschaft (IGW), der B. Braun-Stiftung und dem Bibliomed-Verlag verliehen. 2021 hat der Künster Harald Finke den Preis gestaltet. 

 

Heinz Lohmann im Gespräch mit Harald Finke über dessen große Themen in der Kunst: Doialog und Natur.

... "Wenn die jeweiligen Ergebnisse von Kunst und Wissenschaft semiotisch verglichen werden, was die jeweiligen Ergebnisse eigentlich bildsprachlich, modellmäßig oder gedanklich hergeben, dann wird deutlich, was der Künstler mit seiner grenzenlos angewandten Fantasie für einen Vorteil hat. Er kann neben dem materiellen Bereich, den spirituellen, immateriellen Bereich ungkürzt annehmen und ausbauen. 


Auf der anderen Seite wird deutlich, dass der Wissenschaftler Forschungsergebnisse hervorbringt, die, obwohl sie von Eingrenzungen bestimmt sind, oft scheinbar künstlerischer und kreativer wirken als alles, was die Kunst je hervorgebracht hat. Die naturwissemschaftliche, materielle Ebene unterstreicht ganz eindeutig die Schönheit und schwer zu öffnende Hermetik der Natur gegenüber der mentalen Ebene. Einerseits ist der Künstler wissenschaftlicher als der Wissenschaftler und andererseits ist der Wissenschfatler künstlerischer als der Künstler." ...

Textauszug Harald Finke über "Kunst und Wissenschaft"

LIMITED LIBERTY / R&STkollektiv - Restkunst / Installation im Einstellungsraum e. V. Hamburg

SEELENKLIMA! Leitmotiv des Jahres 2021 im Einstellungsraum. LIMITED LIBERTY! Titel der Ausstellung. 

 

"Limited Liberty – Kunst lebt vom Diskurs, von Offenheit und Meinungsvielfalt, von persönlichen Erleben und von direkten Begegnungen. Kunst braucht den Dialog und die Freiheit sich zu äußern. ... Aber dieses Feld wird allmählich ebenso zum Steinbruch für Beschränkungen, Untersagungen, Behinderungen und vorauseilendem Gehorsam. Auch hier leidet das Seelenklima zunehmend: Diskriminierung, Pedanterie, Intoleranz und Vorurteil hinterlassen bittere Spuren. An kulturellen und kreativen Perspektiven mangelt es jedoch nicht.

In diese gesellschaftliche Krisensituation hinein fokussieren die Künstler des R&STkollektivs ihren Blick auf eine spezielle Gruppe von Lebewesen. Zentrales Objekt ihrer aktuellen Arbeit sind die Nacktschnecken aus dem Stamm der Mollusken. Was auf den ersten Moment wie eine realitätsferne Absurdität, abseits jeglicher Aktualität erscheint, zeigt sich bei genauerer Analyse als ein künstlerisches Konzept im Kontext naturwissenschaftlicher, sozialer und ökonomischer Erkenntnisse. Schnecken haben eigentlich nichts Außergewöhnliches zu bieten. Niemals waren sie Gegenstand spektakulärer Forschung. Kopfzerbrechen verursachen sie allenfalls dem professionellen Gartenbau und den Hobby-Gärtnern. Aber immerhin taugen einige ihrer behausten Vertreter noch als Delikatesse, vorwiegend der französischen Küche. Was also treibt die Künstler, sich nun ausgerechnet mit der Nacktschnecke zu befassen?

Das R&STkollektiv hat erkannt, dass diese Tiere einzigartige Lebens- und Über-Lebenskünstler sind. Evolutionsgeschichtlich werden sie in eine Periode von vor etwa 500-Millionen Jahren datiert. Wie war es ihnen also möglich, in dieser unvorstellbar langen Zeitspanne nicht allein nur die Existenz zu sichern, sondern sich den immer wieder wechselnden Umweltbedingungen mit einer erfolgreichen Weiterentwicklung zu stellen? Entscheidende Fakten dieses dynamischen Geschehens sind – und das gilt für die gesamte Flora und Fauna ebenso wie für die Mikroorganismen – ein passendes Nahrungsangebot, ein geeignetes Habitat, ein flexibler und nicht allzu komplexer Habitus und ein unkomplizierter Reproduktionsprozess. All das zeichnet diese Wesen aus und hat ihrer Gruppe dauerhaften Bestand in den schärfsten Krisen des Planeten gewährt - bis heute."

Auszug aus dem Text "Kunst lebt vom Diskurs" zur Eröffnung der Ausstellung von Ulla Lohmann.

 

Die Künstlerin und der Künstler haben im April 2021 ihr Installationskonzept in einer Zoomkonferenz vorgestellt: 

moderiert von Elke Suhr aus dem Einstellungsraum e. V. 

Das Video zeigt eine szenische Lesung von Brigitte Raabe und Michael Stephan - Mitglieder von R&STkollektiv.