2025
Wieder Spinnrad - Biografie von Irmgard Gottschlich - Buchvorstellung in C15 im November 2025
Wenige Wochen bevor Irmgard Gottschlich im November 2024 starb, hat sie das Manuskript ihrer Biografie und die zugehörigen Zeichnungen fertiggestellt.
Einfühlsam schildert Irmgard Gottschlich - 1938 geboren - Episoden ihrer Kindheit und Jugend und ihres Familienlebens. Früh hat sie den Wunsch nach künstlerischer Tätigkeit gespürt, ebenso alle Widerstände ihrer Umgebung, diesem Bedürfnis nachzugehen.
"Wer konnte der kleinen Emi ihre Fragen beantworten? Wer wollte ihr über die Welt Auskunft geben? Wo hätte das Mädchen Ratschläge für sein Leben bekommen können und wo sollte es Orientierung auf dem Weg in die Zukunft finden? Gab es überhaupt Gewissheiten? Eltern und Großeltern lebten in einer Zeit vollständiger Verunsicherung. Emi hatte nicht die Wahl, sie wurde in dieses „Gefühlschaos der Nachkriegszeit“ hineingeboren. Die Menschen ihrer Umgebung hielten an Überliefertem fest: nur keine Nachforschungen. Jedes „Warum“, jedes „Woher“, jedes „Wohin“ schickte sich nicht. Vater, Mutter, selbstverständlich die Kinder hatten ihren festen Platz in der Familie. Zweifel galten als unangemessen. Emi fand sich darin mühsam zurecht, spürte früh, dass etwas nicht stimmte, sah Widersprüche, Normatives, Dogmen, Prinzipien." Textauszug: Vorwort Ulla Lohmann
Ende November, am Vorabend zu ihrem Geburtstag sind Familie, Freunde und Weggefährten zusammengekommen um an das excellente künstlerische Werk und die besondere Persönlichkeit Irmgard Gottschlich zu erinnern. Es war ein bewegender Abend.
Malerei und Photografie - Barbara Böttcher und Jacques Sehy - Levantehaus Hamburg - Juli 2025
PAS DE DEUX - für Banane und Pinsel
Ein ungleiches Paar, Malerei und Photographie stehen in der Ausstellung nebeneinander.
Mit dem Zeichenstift ebenso versiert wie mit dem Malerpinsel, zeigt BARBARA BÖTTCHER Werke aus beiden Genres. Ihre Intention richtet sie auf das Figurative, den Raum, die Figuren im Raum, ebenso wie auf die Faszination der Bewegung. Daneben dann die präzise Malerei - eine einzelne Figur im offenen, architektonischen Raum.
Einmal farbige Werke des Photographen JACQUES H. SEHY zu sehen, hätte noch vor kurzer Zeit niemand geglaubt, nicht seine Sammler, nicht die Galeristen, nicht seine Freunde und am wenigsten wohl er selbst. Nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung mit den analogen schwarz-weißen Lichtzeichnungen kommt jetzt Farbe ins Spiel. Bisher hat der Künstler die Motive mit einem Lichtstrahl auf menschlichen Körpern geschaffen und photographisch festgehalten. Nun erschafft er sich zunächst Gegenstände mit malerisch, zeichenhafter Wirkung.
Auszug aus der Einführungsrede von Ulla Lohmann
Letzte Briefe - Roman von Gerhard Kelling - Autoren-Lesung in C15 - Juli 2025
Der Schriftsteller Gerhard Kelling las aus seinem noch unveröffentlichten Manuskript
LETZTE BRIEFE - ein Roman
Der 1942 in einer Lebensborn-Klinik geborene Hans-Ayrton Jensen wächst nach dem Krieg mit seiner jungen Mutter in Westdeutschland auf. Sein Vater, ein hoffnungsvoller junger Fähnrich zur See und angehender Marine-Leutnant, findet nach der Entlassung aus einem britischer Prisoner of War Camp nicht mehr zu seiner früheren Freundin und dem inzwischen sechsjährigen Jungen zurück. Als dieser später entdeckt, dass seine Geburt genau auf den Tag der sog. Wannseekonferenz fällt, beschließt er, seinem unbekannten Vater einen Brief zu schreiben.
Der Brief ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen. Grundsätzlich enthält der Brief nichts von Belang. Wenn die Tatsache des Briefs nicht so ernst wäre, könnten wir gut und gerne auf ihn verzichten.
Was für ein schöner Abend! Was für eine berührende Lesung! Das war die einhellige Meinung der vielen interessierten Gäste. Begeistert haben die herausragende literarische Qualität und die dynamische Art des Vortrags von Gerhard Kelling, die seine komplexe Geschichte lebendig werden ließen.
"Hier noch einmal ein großes Dankeschön für die wunderbare Gelegenheit, die
LETZTEN BRIEFE einmal vor Publikum auszuprobieren. Die Rückmeldungen waren sehr ermutigend, und so wurde es jedenfalls für mich - und ich hoffe sehr auch für euch - zu einem guten 'gefüllten' Abend. Danke für all eure Mühen."
Herzlich Gerhard
Moderation Heinz Lohmann Fotodokumentation: falk von traubenberg